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Fußballjugend SSV Germania 1900 
Fußballjugend Jahrgang 1999

Bambini- und Kinderfußball

 

In Deutschland spielen weit mehr als zwei Millionen Kinder und Jugendliche in über 100.000 Mannschaften regelmäßig Fußball.
In richtigen Trikots, eben wie ihre großen Vorbilder, wollen unsere Kleinsten (Bambini, 4-6 Jahre) dribbeln wie Mehmet Scholl,
Tore schießen wie Lukas Podolski oder Bälle halten wie Oliver Kahn. Viele fußballbegeisterte Eltern begleiten ihre Kleinen
als „Fans“ zu jedem Training und Spiel, rufen „den Profis von morgen“ Tipps und Ratschläge zu, feuern sie lautstark an,
bejubeln jedes erzielte Tor und leiden bei jedem Gegentreffer mit.
Ist Bambini-Fußball wirklich nur die Miniaturausgabe von Bundesliga- und Länderspielen der „Großen“?
Nein! Der Begriff „Fußball” im allgemein bekannten Sinne kommt bei den Bambini noch gar nicht vor.
Denn im Kinderfußball ist vieles ganz anders als bei den Erwachsenen:

Das Tor: Kann alles sein: mal eine Turnmatte, zwei Stangen, die Beine eines Mitspielers, der „Trainer“ usw.
Spielfeld: Gibt es eigentlich gar nicht. Das Spiel geht weiter, auch wenn der Ball ins Publikum rollt.
Grenzen sind zunächst unbekannt und störend.
Taktik: Gibt es nicht. Freilaufen und Decken sind Fremdworte. Rudelbildung herrscht im positiven Sinne vor.
Handspiel: Kommt häufig vor, wird vom Mann mit der Pfeife aber geduldet, sofern die Kugel nicht zu lange gehalten
oder getragen wird.
Auswechseln: Selbständig bei Hunger- und Durstgefühl, bei plötzlicher Lustlosigkeit und kleinen Wehwehchen.
Oft müssen die Kleinen jedoch mit sanfter Gewalt vom Spielfeld geführt oder getragen werden.

Tore: Werden bejubelt, nicht notiert. Ergebnisse, Punkte und Tabellen spielen für die Bambini selbst keine Rolle.
Bei den Kindern steht das Erlebnis vor dem Ergebnis!
Mitspieler: Sind selten. Meistens werden sie übersehen, im Eifer des Gefechts sogar umgerannt.
Abspielen behindert die eigene fußballerische Entwicklung.
Spielende: Wird per Pfiff oder Sirene kundgetan und gerne überhört. Oft muss man zu harten Maßnahmen greifen,
z.B. Wegnehmen des Balles.
Der größte Unterschied besteht jedoch darin, was die Kinder selbst beim Fußball-„Training“ oder –Spiel tatsächlich wollen.


Spaß am Fußballspiel ohne Erfolgsdruck

Bambini- und Kinderfußball ist völlig anders als Erwachsenenfußball. Spaß und Freude an
der Bewegung,am und im Spiel-Erlebnis stehen eindeutig im Vordergrund.
Erfolgsorientierung,Ergebnisse und Tabellen wirken sich ausschließlich negativ aus.
Vereine (und Eltern!), die in dieser Altersklasse den „Trainer“ am Spielergebnis messen,
verleiten diesen zu rein ergebnisorientierten Maßnahmen:

ø Nur die Besten spielen, Schwächere werden nicht mehr gefördert
ø Frühe Festlegung auf bestimmte Spielpositionen (Spezialisierung)
ø Ergebnisdruck fördert aggressive Trainingsatmosphäre
ø Misserfolgsvermeidende Taktik statt Spaß- und Lustfußball
ø Frühes Abwerben von Spielern durch größere Vereine
ø Statt fußballorientierter Bewegungserziehung findet ein reduziertes
Erwachsenentraining (Technikdrill, Konditionsbolzerei) statt
ø Die Kinder entwickeln keine eigene Kreativität, sondern fügen
sich der Gängelei von außen („Spiel den Ball ab!“ usw.).

Ideal ist es, wenn Eltern am Spielfeldrand ihre Kleinen nicht am Erfolg des Gelingens (gut oder schlecht),
sondern an der Spielfreude und dem Eifer messen, den sie dabei an den Tag legen.
Kein Kind macht absichtlich etwas falsch, vielmehr entspricht das Handeln seinem sportlichen und allgemeinen
Entwicklungsstand. Beobachten Sie als motivierender, lobender Zuschauer, wie sich ihr Kind im Laufe der Saison
ständig positiv weiterentwickelt. Messen Sie den „Trainer“ auch daran, wie enthusiastisch und begeistert ihr
Kind Ihnen nach jedem „Training“ und Wettkampf von seinen Erlebnissen berichtet. Sportliche Erfolge in Form
von Siegen und Meisterschaften werden hierauf aufbauend noch früh genug erzielt!

Daher: Lassen wir den Kindern beim Fußball ihr ERLEBNIS !


Quellen:
u.a. auszugsweise Fußballverband Niederrhein e.V. (FVN), Westdeutscher Fußball- u. Leichtathletikverband e.V. (WFLV)





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